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MPU

Haaranalyse (Verkehrsrecht)

Auch: Haarprobe

Definition

Die Haaranalyse weist langfristigen Alkohol- oder Drogenkonsum nach. Eine drei Zentimeter lange Strähne deckt ungefähr drei Monate ab. Beim Alkohol misst das Labor Ethylglucuronid (EtG); ein Wert unter 7 pg/mg gilt als abstinenzkonform. Drogenscreenings erfassen die gängigen Substanzklassen.

Rechtsgrundlage: CTU-Kriterien

Ablauf

  • Probenentnahme nahe der Kopfhaut, dokumentiert vom akkreditierten Anbieter.
  • Transport und Analyse im forensisch zertifizierten Labor (DIN ISO 17025).
  • Auswertung des EtG-Wertes oder der Drogenmetaboliten.
  • Befund schriftlich, geeignet als Beleg in MPU-Verfahren.

Grenzwerte und Aussagekraft

WertBewertung
EtG < 7 pg/mgAbstinenzkonform
EtG 7 – 30 pg/mgModerater Konsum
EtG > 30 pg/mgÜbermäßiger Konsum

Fehlerquellen

Haarfärbungen, Bleichungen und chemische Behandlungen können die Messung beeinflussen. Eine erneute Probe nach Karenzzeit ist möglich; das Programm muss aber lückenlos dokumentiert sein.

Praxisbeispiel

Ein Betroffener legt vier Haaranalysen in zwölf Monaten vor. Alle EtG-Werte liegen unter 4 pg/mg – die Verkehrspsychologin attestiert glaubhafte Abstinenz, die MPU wird bestanden.

Verwandte Begriffe

Stand: 7.6.2026 · Begriff im Glossar (36 Einträge)